Gut zu wissen
Häufige Fragen
Ehrliche Antworten für Vereine, die überlegen mitzumachen.
Was ist LimnoNetz?
LimnoNetz ist ein herstellerneutrales Messnetz für kleine Gewässer: Angelvereine messen Wasserstand, Wassertemperatur und Wasserqualität (etwa gelösten Sauerstoff oder den pH-Wert) an ihren Bächen und Seen mit eigenen Sensoren, und sehen die Werte all ihrer Stationen an einem Ort. Wer mag, teilt seine Daten mit dem Verband oder macht sie öffentlich sichtbar.
Warum sollte unser Verein überhaupt messen?
Weil ihr für eure Gewässer Verantwortung tragt: Mit dem Fischereirecht ist die Hegepflicht verbunden, also Fischbestand und Lebensraum zu erhalten und zu pflegen. Das setzt voraus zu wissen, wie es dem Gewässer geht. Vieles davon leisten Gewässerwarte seit jeher mit Erfahrung und offenen Augen. Doch heiße Sommer, längere Trockenphasen und plötzliche Wetterumschwünge verändern kleine Gewässer heute schneller, als gelegentliche Kontrollgänge es abbilden können.
Kontinuierliche Messwerte zeigen, was zwischen zwei Besuchen passiert: nachts, bei Hitze, nach Starkregen. Sie geben dem Verein die Grundlage, rechtzeitig und angemessen zu handeln, bevor aus einer Entwicklung ein Schaden wird. Und dokumentierte Zahlen sind auch gegenüber Behörden, Verpächtern und dem eigenen Verband ein besseres Argument als ein Eindruck.
Wer steht dahinter?
Betreiber ist Zilicon IT Services (siehe Impressum). LimnoNetz ist hersteller- und plattformneutral: Die Teilnahme setzt kein anderes Produkt und keinen anderen Anbieter voraus.
Was können wir messen?
LimnoNetz nimmt heute diese Messgrößen auf:
- Wasserstand ist die Grundlage: Niedrigwasser im Sommer, Entwicklung nach Regen, Trends über Jahre.
- Wassertemperatur entscheidet über das Wohl der Salmoniden und darüber, wann ein Gewässer in Hitzeperioden kritisch wird.
- Gelöster Sauerstoff ist der Wert, an dem Fischsterben hängen: Werte unter 6 mg/l bedeuten für Forelle und Äsche bereits Stress.
- pH-Wert, Leitfähigkeit und Trübung geben Hinweise auf Einleitungen, Versauerung oder Sedimenteintrag.
Welche Größen eine Station erfasst, bestimmt allein die eingesetzte Sensorik: Viele Vereine starten mit Pegel und Temperatur und rüsten später eine Sauerstoff- oder pH-Sonde nach.
Meldet sich LimnoNetz, wenn Werte kritisch werden?
Ja. Für jede Station lassen sich je Messgröße eigene Schwellen festlegen, zum Beispiel Sauerstoff unter 6 mg/l oder Wassertemperatur über 25 °C. Verlässt ein Messwert den festgelegten Bereich, erhalten die Verantwortlichen des Vereins einen Hinweis per E-Mail; eine einstellbare Ruhezeit verhindert, dass ein schwankender Wert das Postfach flutet. So erfährt der Gewässerwart von einem Problem, während noch Zeit zum Handeln ist. LimnoNetz ist dabei ein Werkzeug für die Vereinsarbeit, kein amtlicher Warndienst.
Gibt es eine App?
Sie ist in Planung: eine bewusst einfache App, die die aktuellen Werte eurer Stationen auf einen Blick zeigt und bei Problemen am Gewässer per Push-Nachricht alarmiert. Bis dahin funktioniert die Weboberfläche auch auf dem Handy, und Hinweise kommen per E-Mail.
Wie kann unser Verein mitmachen?
Der Weg in fünf Schritten:
- Melden: Schreibt uns kurz über das Kontaktformular: welcher Verein, welches Gewässer, was ihr messen möchtet.
- Sprechen: Wir klären gemeinsam, welche Messstellen sinnvoll sind und welche Hardware zu eurem Gewässer passt.
- Ausstatten: Ihr beschafft die Sensoren. Wir sagen euch, was funktioniert; ihr seid an keinen Hersteller gebunden.
- Anlegen: Euer Verein bekommt Zugang zu LimnoNetz und legt seine Stationen selbst an, inklusive der Entscheidung, wer die Werte sehen darf.
- Einladen: Eure Vereinsmitglieder kommen per Einladungslink dazu. Es gibt keine Sammel-Registrierung und keine automatische Zuordnung.
Was kostet die Teilnahme?
Die Plattform ist für Vereine kostenlos; das Projekt wird vollständig durch Spenden finanziert. Kosten entstehen euch nur für eure eigene Messhardware.
Warum ist das kostenlos, was hat Zilicon davon?
Eine faire Frage: Ein kostenloses Angebot sieht schnell nach einem Lockangebot aus, bei dem später die Rechnung kommt. Deshalb in aller Offenheit:
- LimnoNetz verdient nichts an euch: keine Werbung, kein Tracking, kein Verkauf von Daten, keine Provision auf Hardware. Die Sensoren kauft ihr selbst, bei wem ihr wollt, und sie bleiben euer Eigentum.
- Der Betrieb ist bewusst schlank gehalten und wird vollständig durch Spenden getragen. Es gibt kein Bezahlmodell und keine Pläne, eines einzuführen.
- LimnoNetz ist herstellerneutral und an kein anderes Produkt gebunden. Es gibt nichts, wohin ein Lockangebot locken könnte.
Warum wir es trotzdem machen: Kleine Gewässer verlieren durch Hitze und Trockenheit zuerst und tauchen in den amtlichen Messnetzen zuletzt auf. Wir wollen, dass die Vereine, die diese Gewässer seit Jahrzehnten pflegen, dafür belastbare Daten bekommen.
Welche Hardware brauchen wir?
LimnoNetz spricht LoRaWAN und NB-IoT, die beiden Funkstandards, über die kleine, stromsparende Sensoren ihre Werte senden. Welcher zu eurem Gewässer passt, hängt vor allem vom Empfang vor Ort ab. Geeignete Sensoren für Pegel, Temperatur und Wasserqualität gibt es von mehreren Herstellern: Wenn ihr möchtet, empfehlen wir euch konkrete Geräte und nennen euch Hersteller, mit denen wir gute Erfahrungen gemacht haben. Ihr kauft die Geräte selbst und bleibt ihre Eigentümer.
Eine erste Orientierung gibt der Sensorfinder: Ihr wählt aus, was ihr messen wollt, und seht sofort passende Geräte samt NB-IoT- und LoRaWAN-Variante — kostenlos und ohne Anmeldung.
Wer sieht unsere Messwerte?
Das entscheidet ihr: pro Station, jederzeit änderbar, in drei Stufen.
- Privat: Nur euer Verein sieht die Werte. Für alle anderen existiert die Station nicht.
- Nur Zusammenfassung: Eure Werte fließen in Verbands-Statistiken ein, sind dort aber nie einzeln zu sehen; ausgegeben wird ein Mittelwert erst ab mehreren teilnehmenden Stationen.
- Öffentlich: Die Station erscheint mit ihren Werten auf der öffentlichen Karte, in der Ortsgenauigkeit, die ihr freigebt: wahlweise exakt oder auf etwa einen Kilometer gerastert.
Was passiert mit unseren persönlichen Daten?
Es fallen bewusst wenige an: E-Mail-Adressen der Mitglieder, die Zugehörigkeit zum Verein und technische Protokolle. Kein Tracking, keine Werbenetzwerke, keine Analyse-Cookies. Messwerte selbst sind keine personenbezogenen Daten. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.
Noch etwas offen?
Schreibt uns über das Kontaktformular oder direkt an info@limnonetz.de. Wir antworten persönlich, nicht mit Textbausteinen.