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Auswahlhilfe · NB-IoT & LoRaWAN

Welcher Sensor passt zu eurem Gewässer?

Die Dragino-Übersicht ist für Techniker geschrieben – diese Seite übersetzt sie für Vereine und macht aus „Wir sollten mal messen“ in drei Klicks eine konkrete Bestellliste. Wählt aus, was ihr messen wollt, und ihr seht sofort die passenden Geräte, welche Werte sie gratis mitliefern und wie lang die Kabel sind – wahlweise als NB-IoT- oder LoRaWAN-Variante, die Sensorik ist baugleich.

Und wenn der Sensor gefunden ist: Im LimnoNetz werden aus seinen Daten Kurven, Karten und Hinweise – kostenlos für Vereine.

Typische Vereinsfragen

Ein Klick setzt die passenden Filter.

Passende Geräte

Ein Sensor, mehrere Werte

Viele Sonden messen mehr als ihren Hauptwert: Die Sauerstoff-Sonde liefert die Wassertemperatur gleich mit – ein zusätzlicher Temperaturfühler ist dann überflüssig. Solche Gratis-Werte sind auf den Karten gestrichelt markiert („inkl.“). Und: Ein WQS-Grundgerät nimmt bis zu drei Sonden gleichzeitig auf – Sauerstoff, pH und Trübung laufen also über ein einziges Gerät und eine SIM-Karte.

NB-IoT oder LoRaWAN – was passt zu euch?

Beide Wege liefern dieselben Messwerte; der Unterschied ist, wie die Daten vom Ufer ins Internet kommen. Das ist die eine Entscheidung, die vorab fallen muss – die ganze Bestellliste hängt daran.

NB-IoTMobilfunk · SIM-Karte

Nutzt die vorhandenen Mobilfunkmasten, aber auf einem eigenen, schmalen Kanal (180 kHz): Die Sendeleistung wird gebündelt statt über einen breiten Kanal verteilt, und jede Nachricht darf beliebig oft wiederholt werden, bis sie ankommt.

  • Rund 20 dB mehr Reserve als das normale Handynetz – das entspricht der hundertfachen Signaldämpfung, die noch verkraftet wird. Wo ein Telefonat abbricht oder das Handy „kein Netz“ zeigt, kommt ein NB-IoT-Sensor in der Regel noch durch.
  • Keine eigene Infrastruktur. Sensor aufhängen, einschalten, fertig – kein Gateway, kein Strom, kein Internetanschluss am Gewässer.
  • Entfernung zwischen den Standorten egal. Ob 2 km oder 50 km auseinander spielt keine Rolle, jedes Gerät hängt für sich am Netz.
  • Planbare Kosten. 1NCE-SIM: rund 10 € für 500 MB und 10 Jahre Laufzeit – pro Sensor, einmal bezahlt.
  • Sehr langsam. Wenige kbit/s, kein Livebild, keine Kamera. Für ein paar hundert Byte Messwerte je Sendung reicht das mühelos – für alles andere nicht.
  • Braucht NB-IoT-Ausbau in der Region. Ohne Netz hilft auch das beste Funkbudget nichts – deshalb vorher prüfen (siehe unten).
  • Schwacher Empfang kostet Batterie. Bei schlechtem Signal wiederholt das Modem die Sendung häufiger. An solchen Standorten die Solar-Variante -NS nehmen.
LoRaWANeigenes Gateway · 868 MHz

Funkt lizenzfrei auf 868 MHz zu einem Gateway, das ihr selbst aufstellt – oder zu einem Community-Gateway (The Things Network), falls eines in Reichweite steht.

  • Große Reichweite bei freier Sicht. Von einem erhöhten Standort aus sind 20–40 km realistisch; von exponierten Berglagen sind Verbindungen weit darüber hinaus dokumentiert.
  • Keine laufenden Kosten pro Sensor. Das Gateway ist eine einmalige Anschaffung, jeder weitere Sensor im Umkreis kostet nichts extra.
  • Sparsam. Eine LoRa-Sendung braucht weniger Energie als ein Mobilfunk-Verbindungsaufbau – gut für lange Batterielaufzeiten.
  • Unabhängig vom Mobilfunkausbau. Ihr betreibt euer eigenes Netz.
  • Die Reichweite lebt von der Sichtlinie. Hügel, Wald und Bebauung drücken die 40 km schnell auf 2–5 km. Die großen Zahlen gelten für freie Sicht, nicht für Luftlinie durch den Berg.
  • Das Gateway braucht Strom und Internet. Genau daran scheitert es an abgelegenen Gewässern – irgendwo muss der Weg ins Internet hergestellt werden.
  • Weit verstreute Gewässer = mehrere Gateways. Jedes mit Standort, Strom, Anbindung und Wartung.
  • Sendezeit ist begrenzt. Im 868-MHz-Band gilt eine Duty-Cycle-Grenze von 1 % – gut für Messwerte im Viertelstundentakt, nicht für Sekundentakt.
Kriterium NB-IoT LoRaWAN
Netzbetreiber Mobilfunkanbieterbestehende Masten ihr selbst oder die TTN-Communityeigenes Gateway
Reichweite überall, wo NB-IoT ausgebaut istStandorte beliebig weit auseinander 2–5 km bebaut oder bewaldet, 20–40 km bei freier Sichtalle Sensoren rund um ein Gateway
Vor Ort nötig nichtsnur der Sensor Gateway mit Strom und Internetz. B. Vereinsheim, Hütte, Mast
Laufende Kosten SIM je Sensor1NCE: ca. 10 € / 500 MB / 10 Jahre keine je SensorGateway einmalig, dessen Internetanschluss läuft mit
Datenrate wenige kbit/sreicht für Messwerte 0,25–5,5 kbit/sreicht für Messwerte
Sendetakt frei wählbardie Batterie ist die Grenze durch Duty Cycle begrenzttypisch alle 15–60 Minuten
Wartung nur die SensorenNetz betreibt jemand anderes Sensoren und GatewayStromausfall am Gateway = alle Sensoren offline
Passt, wenn … die Gewässer verstreut liegen und niemand ein Gateway betreuen möchte mehrere Sensoren an einem Gewässer hängen und Strom + Internet in Reichweite sind

Faustregel für Vereine

Verstreute Gewässer, niemand mit Technik-Zeit → NB-IoT. Schlechter Handyempfang ist dabei kein Ausschlusskriterium: NB-IoT funkt genau dort noch, wo ein Telefonat abbricht. Mehrere Sensoren an einem Gewässer, dazu ein Vereinsheim mit Strom und Internet in Sichtweite → LoRaWAN.

  • Beispiel: fünf Gewässer, bis zu 25 km auseinander, an einem davon schlechter Handyempfang → NB-IoT. LoRaWAN bräuchte hier mehrere Gateways, jedes mit Standort, Strom und Internetanschluss.
  • Gegenbeispiel: drei Sensoren in einer Teichanlage hinter dem Vereinsheim → LoRaWAN. Ein Gateway, keine SIM-Kosten, alles auf dem eigenen Gelände.
  • Mischbetrieb ist erlaubt: Die Teichanlage per LoRaWAN, der einzelne Weiher am Waldrand per NB-IoT – im LimnoNetz laufen beide Wege in derselben Auswertung zusammen.

Vorher testen statt raten

Die Richtungsentscheidung lässt sich absichern, bevor Geräte bestellt werden:

  • NB-IoT: Abdeckungskarte des Anbieters prüfen und am Ufer mit einem Testgerät die Signalstärke (RSRP) messen. Richtwert: bis etwa −110 dBm unproblematisch, darunter wird es zäher, um −135 dBm liegt die praktische Grenze – dann auf Kosten von Sendedauer und Batterie.
  • LoRaWAN: im TTN Mapper nachsehen, ob bereits ein Community-Gateway in Reichweite steht. Sonst ein Gateway testweise am geplanten Ort betreiben und mit einem Sensor die Uferpunkte abgehen.
  • Sichtlinien-Test ohne Technik: Was ihr vom geplanten Gateway-Standort aus sehen könnt, erreicht LoRaWAN meist auch. Was hinter einem Hügel liegt, eher nicht.

Entscheidung gefallen? Der Umschalter oben blendet die passenden Modellcodes ein – -NB/-NS für NB-IoT, -LB/-LS für LoRaWAN.

Der Namenscode, entschlüsselt

Hinter den kryptischen Kürzeln steckt ein einfaches System – am Beispiel WQS:

WQS-NB

NB = Batterie. NB-IoT-Gerät mit fest eingebauter Batterie (8.500 mAh, nicht wiederaufladbar). Hält je nach Sendetakt mehrere Jahre, danach Gerätetausch/Service.

WQS-NS

NS = Solar. Dasselbe Gerät mit Solarpanel und wiederaufladbarem Akku. Erste Wahl für sonnige Standorte und häufige Messungen.

WQS-LB / -LS

Die LoRaWAN-Geschwister. Gleiche Sensorik, aber Funk über ein LoRaWAN-Gateway statt Mobilfunk. LB = Batterie, LS = Solar – das Muster ist bei allen Geräten gleich.

…-GE

GE = ohne SIM (nur NB-IoT). Bestellvariante ohne SIM-Karte – ihr nutzt eine eigene NB-IoT-SIM eures Anbieters.

…-1T

1T = SIM inklusive (nur NB-IoT). Mit vorinstallierter 1NCE-SIM (10 Jahre Laufzeit, 500 MB) – einschalten, läuft.

Sensor gefunden? Der Rest ist LimnoNetz.

Aufstellen, anmelden, messen: LimnoNetz macht aus den Funkdaten eures Sensors verständliche Kurven, zeigt eure Stationen auf der Karte und meldet sich, bevor es am Gewässer kritisch wird. Herstellerneutral und für Vereine kostenlos – ihr kauft nur die Hardware.